Polarisierung beschreibt im gesellschaftlichen und digitalen Kontext die zunehmende Spaltung von Gruppen in unversöhnlich scheinende Lager. Soziale Medien verstärken diesen Effekt, indem Algorithmen Inhalte bevorzugen, die starke Emotionen – vor allem Empörung und Angst – auslösen und damit Engagement erzeugen. Nutzer:innen bewegen sich so vermehrt in sogenannten Filterblasen und Echokammern, in denen gegensätzliche Meinungen kaum noch wahrgenommen werden. Politische, kulturelle und wissenschaftliche Debatten werden dadurch schwieriger, weil ein gemeinsamer Ausgangspunkt fehlt. Beispiel: Studien zeigen, dass Nutzer:innen auf Plattformen wie YouTube durch automatische Videoempfehlungen schrittweise zu immer extremeren Inhalten geführt werden können – ein Phänomen, das als „Radicalization Pipeline“ bekannt ist.
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