Das „Chinesische Zimmer“ ist ein berühmtes Gedankenexperiment des Philosophen John Searle aus dem Jahr 1980. Es soll zeigen, dass Computer Sprache zwar verarbeiten können, daraus aber nicht automatisch echtes Verständnis entsteht. In dem Gedankenexperiment sitzt eine Person in einem geschlossenen Raum und beantwortet chinesische Schriftzeichen mithilfe von Regeln und Anleitungen – obwohl sie selbst kein Chinesisch versteht. Für Menschen außerhalb des Raums wirkt es dennoch so, als könne die Person Chinesisch sprechen. Searle wollte damit kritisieren, dass Computerprogramme lediglich Symbole verarbeiten, ohne deren Bedeutung wirklich zu verstehen. Das Gedankenexperiment spielt bis heute eine wichtige Rolle in Debatten über künstliche Intelligenz und die Frage, ob Maschinen tatsächlich „denken“ können. Beispiel: Kritiker:innen moderner Sprachmodelle vergleichen Chatbots manchmal mit dem „Chinesischen Zimmer“, weil diese überzeugende Antworten erzeugen, ohne echtes Bewusstsein oder Verständnis zu besitzen.
« Zurück zum Lexikonindex