« Back to Glossary Index

Illusory Truth Effect bezeichnet das psychologische Phänomen, dass Menschen Aussagen als wahrer empfinden, wenn sie oft genug wiederholt werden – unabhängig davon, ob sie tatsächlich korrekt oder falsch sind. Der Effekt wurde erstmals 1977 von Lynn Hasher und Kollegen experimentell nachgewiesen und seither vielfach repliziert. Ursache ist die sogenannte kognitive Leichtigkeit: Bekannte Aussagen werden vom Gehirn schneller und mühloser verarbeitet, was unbewusst als Signal für Glaubwürdigkeit interpretiert wird. In digitalen Medien ist der Illusory Truth Effect besonders wirkmächtig, da Algorithmen auf Wiederholung und Engagement optimieren. Sie schaffen damit genau jene Bedingungen, unter denen der Effekt besonders stark greift. Selbst Menschen mit Vorwissen sind nicht immun: Studien zeigen, dass wiederholte Falschaussagen auch dann an Überzeugungskraft gewinnen können, wenn Rezipient:innen die korrekte Information eigentlich kennen. Beispiel: Eine inhaltlich falsche Behauptung wird in sozialen Medien tausendfach geteilt, kommentiert und zitiert. Allein durch ihre Dominanz gewinnt sie schnell an Glaubwürdigkeit – auch bei Menschen, die ihr beim ersten Lesen skeptisch gegenüberstanden.

« Zurück zum Lexikonindex
nach oben