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Konstruktivismus taucht in der Medientheorie immer wieder auf. Er bezeichnet eine erkenntnistheoretische und kommunikationswissenschaftliche Perspektive, die davon ausgeht, dass Menschen Wirklichkeit nicht objektiv wahrnehmen, sondern aktiv konstruieren. Was wir als „Realität“ erleben, ist demnach stets das Ergebnis individueller und kollektiver Deutungsprozesse, geprägt durch Sprache, Kultur, Vorerfahrungen und soziale Zugehörigkeiten. Im Medienkontext bedeutet dies: Journalistische Berichterstattung bildet Wirklichkeit nicht ab, sondern konstruiert sie mit – durch Auswahl, Rahmung, Sprache und Bildgestaltung. Der Konstruktivismus hat die Kommunikations- und Medienwissenschaft nachhaltig beeinflusst und bildet eine wichtige Grundlage für das Verständnis von Medienframes, Agenda Setting und der Entstehung unterschiedlicher Weltbilder innerhalb derselben Gesellschaft. Beispiel: Zwei Redaktionen berichten über dieselbe Demonstration: Die eine beschreibt sie als „friedlichen Protest engagierter Bürger:innen“, die andere als „Aufmarsch radikaler Gruppen“. Beide beziehen sich auf dasselbe Ereignis – konstruieren dabei aber grundlegend unterschiedliche Wirklichkeiten, die das Publikum je nach genutztem Medium verschieden wahrnimmt und bewertet.

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