ELIZA ist eines der frühesten und bekanntesten Computerprogramme zur Simulation menschlicher Kommunikation, entwickelt zwischen 1964 und 1966 von Joseph Weizenbaum am Massachusetts Institute of Technology (MIT). ELIZA folgte einfachen Muster-Erkennungsregeln, um Eingaben von Nutzer:innen aufzugreifen und als Fragen zurückzuspielen – ohne dabei echtes Sprachverständnis zu besitzen. Das bekannteste Skript, „DOCTOR“, imitierte die Gesprächsführung einer psychotherapeutischen Sitzung. Weizenbaum war selbst erschrocken darüber, wie schnell und tief Menschen eine emotionale Bindung zu dem Programm entwickelten – ein Phänomen, das später als „ELIZA-Effekt“ in die Wissenschaft einging und bis heute die Debatte über Mensch-Maschine-Beziehungen prägt. Beispiel: Tippt ein Nutzer „Ich fühle mich von meiner Familie nicht verstanden“, antwortet ELIZA schlicht: „Warum glauben Sie, versteht Sie Ihre Familie nicht?“ – eine Technik, die Tiefe suggeriert, aber rein schematisch funktioniert.
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