Die Schweigespirale ist ein einflussreiches Konzept der Kommunikationswissenschaft, entwickelt von der deutschen Politikwissenschaftlerin Elisabeth Noelle-Neumann in den 1970er Jahren. Es beschreibt die Tendenz von Menschen, die eigene Meinung zu verschweigen, wenn sie glauben, damit in der Minderheit zu sein – aus Angst vor sozialer Isolation oder Ablehnung. Je mehr eine bestimmte Meinung öffentlich dominant erscheint, desto stärker verstummen Andersdenkende, was die wahrgenommene Dominanz weiter verstärkt. In sozialen Medien wird diskutiert, ob die Schweigespirale durch öffentlich sichtbare Reaktionen wie Likes und Kommentare neue Dynamiken erhält. Beispiel: Wer in einer Diskussionsrunde den Eindruck hat, als Einzige:r eine bestimmte politische Position zu vertreten, schweigt häufig lieber – selbst wenn die tatsächliche Meinungsverteilung im Raum anders aussieht, als sie wahrgenommen wird.
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